KWV Projekte
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Wohnvisionen Grundbachtal Olbersdorf

Ideen vor Ort, statt Planung am Schreibtisch!

Wie können bestehende Wohnquartiere weiterentwickelt werden, ohne ihre Identität zu verlieren?

Vom 8. bis 10. Mai 2026 fand in Olbersdorf der deutsch-tschechische Workshop „Zukunftsvisionen für die Grundbachsiedlung“ statt. Im Mittelpunkt stand eine praxisorientierte Bildungsmaßnahme, in deren Rahmen die ehemalige Bergbauersatzsiedlung für drei Tage zu einem lebendigen Reallabor wurde. Studierende aus Deutschland und Tschechien arbeiteten gemeinsam an Zukunftsperspektiven für das Quartier.

Ziel des Workshops war es, durch den fachlichen Austausch und die enge Zusammenarbeit von Architektur- und Stadtplanungsstudierenden beider Länder Szenarien für die Weiterentwicklung der Grundbachsiedlung zu entwickeln. Dabei wurden unterschiedliche Planungskulturen und Perspektiven zusammengeführt und zugleich praktische Erfahrungen im Umgang mit postsozialistischen Siedlungsstrukturen vermittelt.

Der Workshop begann am Freitag mit einer gemeinsamen Begehung der Grundbachsiedlung. Der Rundgang, geführt von Herrn Karsten Hummel, Geschäftsführer der KWV, diente der Analyse des aktuellen Zustands des Quartiers. Dabei wurden städtebauliche Potenziale diskutiert, erste Beobachtungen gesammelt sowie bereits umgesetzte Entwicklungsmaßnahmen vorgestellt.

Im Anschluss folgte eine Reihe fachlicher Impulsvorträge. Den Auftakt bildete Herr Professor Henri Praeger vom Fachgebiet Entwerfen und ökonomisches Bauen der BTU Cottbus, der den Lehr- und Forschungsansatz seines Fachgebiets vorstellte. Darauf aufbauend präsentierte Herr Professor Michal Kohout von der Technischen Universität Prag seinen Projektansatz sowie Ergebnisse langjähriger Forschung zu Plattenbausiedlungen in der Tschechischen Republik und weiteren osteuropäischen Ländern. Ergänzend gaben Tamara Granda und Polly Bruchlos (BTU Cottbus) Einblicke in aktuelle Forschungsansätze zur Betrachtung von Plattenbauten als Ressource am Beispiel Cottbus. Die Vorträge eröffneten den Teilnehmenden vielfältige Perspektiven auf den Umgang mit dem baulichen Bestand und vertieften den wissenschaftlichen Diskurs.

Am Samstag arbeiteten die Studierenden intensiv an ihren Konzepten. Nach der Aufgabenverteilung und Abstimmung der Arbeitsprozesse entwickelten sie in mehreren Arbeitsphasen Entwürfe zur zukünftigen Entwicklung der Grundbachsiedlung. Im Fokus standen Fragen der städtebaulichen Struktur, der architektonischen Qualität, der Freiraumgestaltung sowie eines sensiblen und nachhaltigen Umgangs mit dem vorhandenen Gebäudebestand. Die Zwischenergebnisse wurden kontinuierlich mit Lehrenden beider Universitäten sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Olbersdorf und der KWV diskutiert. Darüber hinaus brachte die Architektin Katrin Müldener ihre langjährige fachliche Expertise ein. Dadurch konnten bestehende Planungsansätze aufgegriffen und weiterentwickelt werden.

Am Sonntag wurden die erarbeiteten Ergebnisse zusammengeführt und präsentiert. Die Teams stellten ihre Entwürfe vor und veranschaulichten anhand erster städtebaulicher und architektonischer Skizzen mögliche Perspektiven für ein attraktives und nachhaltiges Wohnen in der Grundbachsiedlung. Die Präsentationen verdeutlichten die Vielfalt der Ansätze sowie die Potenziale im Gebäudebestand, in den Freiräumen und bei einer behutsamen Weiterentwicklung des Quartiers. Die im Workshop entwickelten Konzepte werden im weiteren Verlauf des Sommersemesters vertieft und im Herbst 2026 der Öffentlichkeit sowie den Einwohnerinnen und Einwohnern von Olbersdorf vorgestellt.

Im Rahmen des Interreg-Projekts „Zukunftsfähige Wohnvisionen für die Grundbachsiedlung Olbersdorf – Deutsch-tschechische Zusammenarbeit in Architektur und Städtebau“ wurde die Maßnahme durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union in Form einer Anteilsfinanzierung gefördert. Der Förderbetrag belief sich auf 16.704,00 EUR.

LEAD-Partner: KWV Kommunale Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Olbersdorf mbH

Kooperationspartner: Technische Universität in Prag – Fakultät für Architektur

Ziel des Projekts ist die Förderung des wissenschaftlichen Austauschs sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Architektur- und Stadtplanungsstudierenden aus Deutschland und Tschechien. Zentrale Projektaktivität war ein mehrtägiger, praxisorientierter Intensivworkshop in Olbersdorf, in dem die Studierenden in gemischten Teams fachliche Analysen durchführten und Entwurfskonzepte zur Weiterentwicklung der Grundbachsiedlung erarbeiteten. Durch Geländeerkundungen, Fachvorträge, Konsultationen und kooperative Entwurfsphasen wurden sowohl fachliche Kompetenzen in den Bereichen Stadtentwicklung und nachhaltiges Bauen als auch interkulturelle und praxisbezogene Fähigkeiten gestärkt.

Projektpartner

Gemeinde Olbersdorf

Freie Architektin Katrin Müldener

Förderprogramm

Interreg

Europäische territoriale Zusammenarbeit

Förderer

Interreg - Kofinanziert von der Europäischen Union, Sachsen - Tschechien

EUROREGION neisse - nisa - nysa